Das Aktuelle Thema
für Handwerker, Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) und Mittelständler:
Ihre Kontoführung - entscheidendes Kriterium im Rating
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Frühwarnsignale der Banken und Sparkassen
Die Führung des Geschäftsgirokontos durch den Firmenkunden gibt Banken und Sparkassen seit jeher Risikosignale, z.B.
- steigende Kreditinanspruchnahmen,
- ständige Ausnutzung des vereinbarten Kreditlimits,
- Überziehungen des vereinbarten Kreditlimits,
- Lastschrift-Rückgaben etc.
Dass die Kreditinstitute hier von "Frühwarnsignalen" sprechen, kann man hinterfragen - denn solche Kontoentwicklungen sind die Folgen von Entwicklungen / Entscheidungen in der Vergangenheit, also eigentlich "Spät-Warnsignale".
An der Realität ändert das nichts: Kreditinstitute greifen diese Signale auf.
Rating-Systeme beziehen sich immer öfter ausschließlich auf die Kontoführung
Die von der Bankenaufsicht geforderte "Risikoklassifizierung" als Grundlage jeder Kreditentscheidung wird von den Banken und Sparkassen über das "Rating" gewährleistet.
Dabei ist der klassische Ansatz im Rating, dass zwei Dimensionen analysiert werden:
- die Jahresabschlüsse (in der Regel der letzen drei Jahre) - Vergangenheitsanalyse;
- ein Fragenkatalog zur kaufmännischen Unternehmensführung - Zukunftsbetrachtung.
Dies ändert sich derzeit vor allem dann, wenn sich im Kreditengagement keine Veränderungen ergeben, d.h. keine neuen oder weiteren Kredite beantragt werden - sog. "laufende Überwachung" (die Bankenaufsicht fordert ein Rating einmal pro Jahr).
In diesen Fällen wird bei kleineren Firmenkunden nur noch die Kontoführung automatisch analysiert (meist monatlich!) und in eine Ratingkennziffer "übersetzt".
Die Ratingsysteme auf Basis der Kontoführung
Bei den Sparkassen heißt dieses System "Kleinstkunden-Rating", bei den Genossenschaftsbanken "Firmenkunden-Schnell-Rating". Dabei legt jede Sparkasse / Bank im Rahmen ihrer Kreditrisikostrategie fest, bei welchen Größenordnungen von Kunden sie dieses Instrument einsetzt. Die Vorgaben der Verbände besagen in beiden Systemen: bis max. T€ 250 Kreditvolumen.
Neben den oben genannten "Frühwarnsignalen" gehören auch Kriterien zu diesen Ratingsystemen wie
- Habensalden - wie häufig? (häufig = positiv)
- Limitänderungen - wie häufig? (häufig = negativ)
Schlussfolgerungen für den Mittelständler
1. Führen Sie Ihre Geschäftskonten so, dass keine (oder möglichst wenige) Risikosignale entstehen.
2. Stellen Sie Ihrer Bank / Sparkasse unbedingt folgende Fragen:
- Mit welchem Verfahren wird mein Unternehmen geratet?
- Wie ist das Ergebnis?
- Wo sind aus Sicht der Bank / Sparkasse die Stellschrauben für Verbesserungen?
Sollte Ihr Kreditinstitut keine Auskunft geben wollen, verweisen Sie auf die "Selbstverpflichtung der deutschen Kreditwirtschaft zur Rating-Kommunikation".
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